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Schrank aus Zirbenholz – eine technische Herausforderung und ein sinnliches Erlebnis

Polytechnische Schule Scheibbs

Im Februar 2012 erhielt die Polytechnische Schule Scheibbs, im Speziellen die Holz-Gruppe ein Geschenk, das für den Unterricht weitreichende Folgen hatte. Diese Gabe war etwas Besonderes, es waren Pfosten und Bretter aus massivem Zirbenholz. Dieses Holz stellt in unseren Breiten eine Besonderheit dar, daher bewegt sich der Preis auch im oberen Bereich.

Die Idee entstand, einen Schrank zu bauen, wobei das Möbel in traditioneller Bauweise unter Anwendung alter Handwerkstechniken hergestellt werden soll.

So ergab sich ein abwechslungsreicher Ablauf, Aufgaben wurden verteilt, Proportionen definiert, im Internet nach Beispielen gesucht, Zeichnungen angefertigt, besondere Eigenschaften des Holzes herausgearbeitet. Das Holz mit seiner ungewöhnlichen Maserung und seinem überaus angenehmen Geruch stellte an sich schon eine Motivation für die Schüler* dar, damit zu arbeiten, es sozusagen zu veredeln.

Jedem/r Schüler/in* wurde gemäß seiner/ihrer Talente eine oder mehrere praktische Aufgaben zugeteilt bzw. wurden diese von ihnen ausgesucht, z.B. Eckverbindungen bei Korpus, Füße, Laden (Lukas, Stefan, Julian, Bernhard), Fase per Hand hobeln (Bernhard), Drechseln (Stefan), Dickenhobeln (Manuel, Nicole, Dlovan), Leimen (Manuel, Nicole), Schleifen (Dlovan, Manuel, Nicole), Dübeln (Bernhard), Langlochbohren (Lukas, Bernhard), Montieren (Bernhard, Manuel, Nicole, Dlovan) und vieles andere mehr.

Je mehr die Arbeit voranschritt, desto mehr wurden die Schüler von der Arbeit regelrecht ergriffen. So kam es nicht einmal vor, dass die Schüler die Pause durcharbeiteten bzw. am Ende des Werkstatt-Tages mit ihrer Tätigkeit nicht aufhören wollten. Als guter „pädagogischer Nebeneffekt“: Alle Schüler konnten in diesem Prozess ihr handwerkliches Geschick enorm verbessern.

Begleitend zu den praktischen Tätigkeiten wurde auch besonderer Wert auf die Theorie gelegt. Der Kasten wurde zur Gänze und im Detail gezeichnet, sowohl per Hand als auch am Computer. Die technischen Eigenschaften der Zirbe wurden erarbeitet, Dichte, Härte, Festigkeit, Haltbarkeit, Einfluss auf das Wohlbefinden. Alle Holzverbindungen und Werkzeuge wurden in Werkstatt wie im Klassenzimmer ausführlich besprochen und dokumentiert.

Abschlussbemerkung: Bei kaum einem anderen Werkstück lässt sich das Wort „Begreifen“ deutlicher beschreiben und erleben. Sowohl die Maserung als auch die lebhafte Zeichnung sowie der feine Geruch des Zirbenholzes bilden für den Hersteller und den Betrachter ein sinnliches Gesamterlebnis taktiler, visueller und olfaktorischer Art. Es ist auch nicht übertrieben zu sagen, einen Schrank dieser Art zu bauen ist eine handwerkliche und künstlerische Herausforderung.

Der Schrank in Zirbe entsteht !